Maulkorb – aber hundgerecht!

Maulkorb aus Nylon
Maulkorb aus Nylon

Ängstliche oder angst-aggressive Hunde in der Tierarztpraxis zu untersuchen birgt immer ein gewisses Risiko. Um aber auch diesen Patienten gerecht zu werden, verfügen Tierarztpraxen und Tierkliniken generell über Maulkörbe für die Untersuchungen in der Praxis. Die Verwendung des Maulkorbs ist je nach Hund und Untersuchung definitiv eine Notwendigkeit, eine Narkose ist nicht immer indiziert – dennoch gilt es, sich Gedanken über das WIE und WANN zu machen. Als Tierarzt sollte man den Einsatz des Maulkorbs stets aus verhaltenspsychologischer und gesundheitlicher Sicht abwägen: 

Einem ängstlichen Hund einen Maulkorb einfach überzustülpen ist nicht nur gefährlich, sondern auch negativ für sein Erfahrungskonto ‚Tierarzt‘. Empfehlenswert ist es, das gesamte Praxispersonal dahingehend zu schulen – denn ein Hund der gerne kommt, ist auch ein Besitzer der wiederkommt! Bereits bei Terminvereinbarung am Telefon ist der bisherige Einsatz des Maulkorbs und das Verhalten des Hundes in Erfahrung zu bringen, damit bei Bedarf der Rat erfolgen kann, schon im Voraus das Training mit einem Maulkorb zu beginnen. Das Training mit dem Maulkorb ist weder zeitintensiv noch aufwändig – aber es ermöglicht dem Tierarzt eine sorgfältige Untersuchung des Hundes. Sollte die Zeit im Voraus nicht vorhanden sein – eine kurze Gewöhnung an den Maulkorb kann auch in der Praxis stattfinden. Optimal wäre es, die Trainingseinheit gezielt über Wochen hinweg zuhause fortzuführen. Ziel ist einfach, den Maulkorb für den Hund als angenehm zu verknüpfen – denn je nach Untersuchung und Hund ist die Verwendung von Maulkorb oder Maulschlinge ein absolutes Muss. 

Maulkorb aus KunststoffgitterZur Untersuchung von Nase und Zähnen werden in der Tierarztpraxis meist Maulkörbe aus Nylon verwendet. Ein Nylon – Maulkorb umschließt das Maul des Hundes recht eng und gewährleistet begrenzt die Untersuchung der vorderen und hinteren Zähne, sowie der Nase. Ein Schnappen oder Beißen ist mit dieser Art Maulkorb nur sehr eingeschränkt möglich. Sollte ein Aufenthalt in der Praxis allerdings im Hochsommer stattfinden oder mit einer längeren Wartezeit verbunden sein, empfiehlt es sich, einen Maulkorb aus einem Kunststoffgitter zu verwenden. Dieser umgibt die Hundeschnauze großräumig und gibt dem Hund dauerhaft die Möglichkeit zu hecheln, trinken und Leckerchen aufzunehmen. Eine Untersuchung des Mauls ist bei dieser Art Maulkorb leider nur aus der Ferne möglich. 

Eine weitere Möglichkeit sich und das Personal zu schützen, ist gerade im Notfall: die Maulschlinge. Die Maulschlinge ist eine Variante „Maulkorb“ aus einer Mullbinde, bei der die Mullschlinge um die Hundeschnauze gewickelt und hinter den Ohren verknotet wird. Mullbinden sind meist schnell zur Hand, denn gerade im Notfall ist es absolut wichtig einen eventuell verunfallten Hund, der sich zusätzlich in einem Schock befinden könnte, zu sichern. 

Viele Praxen bieten geeignete Maulkörbe zur Weitergabe an die Hundebesitzer an, um sich selbst zu schützen, und dem Hund die Untersuchung angenehm zu gestalten – denn je sicherer der Maulkorb ist, desto weniger muss der Hund von tiermedizinischen Fachangestellten fixiert werden. Bevorraten Sie Maulkörbe für jede Situation und informieren Sie Ihre Kunden über eine angenehme Gewöhnung und die richtige Anwendung eines Maulkorbs. 

Maulkorb – aber hundgerecht!
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