Venenkatheter Braunüle®Der Venenkatheter ist eine Sonderform des Katheters. Der Venenkatheter wird in der Human- und der Veterinärmedizin als Venenzugang verwendet, über den die Infusionstherapie oder die Injektion von Medikamenten stattfindet. Sinn des Venenkatheters ist es, das Tier für die mehrmalige Verwendung des venösen Zugangs nur einmal zu stechen, denn die Stiche sind leicht schmerzhaft und eine Einstichwunde an einem Bein erschwert die erneute Injektion im gleichen Bein. Gerade bei ängstlichen, nervösen Tieren ist ein vorhandener Venenkatheter eine deutliche Arbeitserleichterung. Das Setzen des Venenkatheters ist außer der Befestigung, die gleiche Vorgehensweise, wie bei der Injektion mit einer Einwegkanüle.

Bei vielen Therapien ist der Venenkatheter unabdingbar: bei der Infusionstherapie, bei der Bluttransfusion, sowie bei jeglichen Narkosen. Der Venenkatheter ermöglicht dem Anästhesisten in der Tiermedizin, zwischen Inhalations- und Injektionsnarkose zu entscheiden. Bei der Inhalationsnarkose findet erstmal nur die Narkoseeinleitung über einen Venenkatheter statt, der während der Narkose eine intravenöse Infusion, sowie im Notfall die Injektion lebenswichtiger Medikamente ermöglicht. Bei der Injektionsnarkose wird die Narkose kontinuierlich in flüssiger Form über den Venenkatheter in den Blutkreislauf injiziert. Diese Methode empfiehlt sich generell bei kurzen Operationen die gut überwacht werden können. 

Ein Venenkatheter besteht aus einer Kunststoffhülse, die mithilfe eines Stahlmandrins in die Vene eingeführt wird. Um die Vene mit dem Venenkatheter zu punktieren, ist der Stahlmandrin ähnlich einer Einwegkanüle geschliffen. Die Kunststoffhülse endet in einem Luer-Ansatz, meist mit Grifflügeln. Über diese wird der Venenkatheter dann mit einem Gewebeklebeband um den Tierfuß befestigt. Der Stahlmandrin im Inneren des Venenkatheters wird nach erfolgtem Einsetzen in die Vene entfernt, der Luer-Ansatz mit einem Deckel, oder bei voraussichtlich längerer Nutzung des Venenkatheters mit einem Kunststoffmandrin, verschlossen. Der Kunststoffmandrin im Venenkatheter verhindert die Entwicklung eines Thrombus und sollte in den meisten Fällen eingesetzt werden. 

Umgangssprachlich wird der Venenkatheter auch oft nach den Markenprodukten Braunüle®, Venüle® oder Vasuflo® benannt. Allgemeinhin werden alle Begriffe für den Venenkatheter verstanden. 

Eine spezielle Form des Venenkatheters ist der Sicherheitskatheter. Dieser wird aufgrund den TRBA 250 – den Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe in der Medizin vorgeschrieben. (Die TRBA 250 findet keine Anwendung in veterinärmedizinischen Großtierpraxen) Die TRBA 250 bezogen auf den Venenkatheter sieht vor, dass zum Schutz Beschäftigter vor Nadelstichverletzungen, wenn immer es technisch möglich ist, ausschließlich Venenkatheter mit Sicherheitsmechanismus zur Vermeidung von Stich- und Schnittverletzungen verwendet werden. Der Venenkatheter als Sicherheitskatheter ist dann mit einem Sicherheitsmechanismus ausgestattet, der die Nadel sofort nach dem Herausziehen aus der Vene umschließt. Den Venenkatheter mit Sicherheitsmechanismus gibt es von verschiedenen Firmen und wie alle Venenkatheter gibt es auch diesen in unterschiedlichen, farbcodierten Größen. 

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